APOKALYPSE - JÜNGSTES GERICHT - MILLENNIUMWECHSEL - ARCHE NOAH

2012:

FASZINATION WELTUNTERGANG

Die Vorstellung, dass die Welt irgendwann ein Ende finden wird, ist so alt wie die Menschheit. Zu allen Zeiten malte man sich Horrorszenarien aus und schürte so die Angst vor dem Untergang. Als neuester Termin für das Ende der Welt geistert das Jahr 2012 durch die Medien. Geburt und Tod als natürliches Prinzip. Was für den Einzelnen gilt, soll auch für den Planeten gelten, auf dem er lebt. Am 21. Dezember 2012 wird es geschehen! In den diversen Esoterik- und Pseudowissenschaftsforen sammeln sich die Spekulationen, was an diesem "mysteriösen" Tag, an dem der Maya-Kalender endet, passieren wird. Von einer Kollision mit dem Planeten Nibiru, über den Einschlag eines Asteroiden bis hin zum Übertritt der Erde in höhere Dimensionen ist alles zu finden...
Das was wirklich Grund zur Sorge um das Gleichgewicht des Klimas und der Lebensbedingungen auf der Erde geben müsste, lässt die Menschen keinen Zusammenhang zum Weltenende erkennen. Die Ausbeutung unserer Erde hat dramatisch zugenommen. Der blaue Planet droht zu kollabieren: Tiere und Pflanzen verschwinden, die natürlichen Ressourcen werden immer schneller verbraucht, die Regenwälder ausgebeutet und abgeholzt. Der globale Raubbau des Menschen an der Erde hat sich in den letzten zwei Jahren noch einmal dramatisch verschärft. In seinem aktuellen Bericht "Living Planet" zeichnet der Worldwide Fund for Nature (WWF) ein fast schon apokalyptisches Zustandsbild unseres Planeten.
Zwar nimmt die Zahl der Naturkatastrophen nicht zu. Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Monsterwellen gibt es heute nicht häufiger als früher (in Bezug auf die Folgen des Klimawandels ist die Fachwelt noch gespalten). Was aber wächst, ist die Folgenschwere der Desaster, denn zunehmend kommt es zu »Sekundärkatastrophen«, bei denen die technische Infrastruktur und das Krisenmanagement selbst zum Problem werden. Wir haben es, zunehmend mit einem neuen Typus von Desastern zu tun: Sie gewinnen ihre Wucht aus einer höchst unglaublichen, aber dennoch möglichen Kettenreaktion, die in der eng vernetzten Welt postwendend globale Wirkung entfaltet.
Von neuen »Megakrisen« spricht der französische Krisenforscher Lagadec schon 1981 ("Die Risikozivilisation“). Ein kurzer Blick in die jüngere Katastrophengeschichte: 9/11, die Sars-Pandemie, der Tsunami im Indischen Ozean, die Zerstörung von New Orleans durch Hurrikan Katrina, die globale Finanzkrise, oder Anfang 2010 das Erdbeben in Haiti, die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull, der Blow-out der Ölbohrplattform Deepwater Horizon, Fukushima - wer hätte es vor kurzem für möglich gehalten, dass ein Beben vor Japan zu einem Tsunami und zu einer Mega - Atomkatastrophe sowie politisches umdenken führt?

Im Moment der Katastrophe sind die Prioritäten auf Überleben ausgerichtet, und nicht auf Endzeitvisionen. Arche Noah aus Holz, mit Tieren und so, das war gestern. Die Welt wird zwar untergehen. Aber nicht wegen Regenfluten, sondern aufgrund menschlichen Versagens. Künstler und Künstlerinnen wurden immer wieder als Propheten der Zeit bezeichnet. Michelangelo, Goya, Bosch und eine Vielzahl anderer brachten die Botschaft einer höheren Wirklichkeit. Wir sind mit einer Message gewappnet und haben zur Sicherheit das geeignete Fluchtgefährt erworben: ARTE NOAH 2012 am Parkdeck des Stadion Centers in Wien. Namhafte und aufstrebende Zeitgenossen die einen Bezug zum Thema haben, bringen ihre Visionen, Ängste, Hoffnungen der Zukunft zum Ausdruck.